Soest, 20.11.2011
Nach fast zweijähriger Diskussion hat der Landesverband NRW der Piratenpartei am zweiten Tag der Mitgliederversammlung in Soest eine neue Satzung verabschiedet. [1] [2] Die bereits 2009 sprunghaft angestiegene Mitgliederzahl machte eine Neustrukturierung der Verwaltungsebene notwendig. Nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin war die Mitgliederzahl nochmals um 50% auf nun mehr als 3.000 Piraten gestiegen.
Die neue Satzung entlastet nicht nur den Landesvorstand in der Verwaltungs– und Finanztätigkeit, sondern gibt den Piraten vor Ort auch mehr Freiheit in der eigenen Organisationsstruktur. Die basisdemokratische Philosophie in der programmatischen Arbeit bleibt auch mit der neuen Satzung erhalten.
Der Verabschiedung war eine bis in den Nachmittag andauernde, teils emotionale Diskussion vorangegangen. Die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit wurde mit 76% Ja-Stimmen deutlich überschritten, der Antrag unter erleichtertem Jubel der Anwesenden damit angenommen.
Den Mitgliedern in NRW stehen nun neben den klassischen Modellen wie Kreisverbänden und dem bewährten Crewmodell weitere Strukturen wie das „Piratenbüro“ und virtuelle “Kreisverbände” zur Verfügung.
Bereits am Samstag hatten die NRW-Piraten umfangreiche Ergänzungen ihres Parteiprogramms beschlossen. [3]
Quellen:
[1] LPT2011.2: https://wiki.piratenpartei.de/NRW:Landesparteitag_2011.2
[2] Anträge: https://wiki.piratenpartei.de/NRW:Landesparteitag_2011.2/Anträge
[3] Pressemitteilung zum ersten Tag: http://wiki.piratenpartei.de/NRW-Web:News/2011–11-20_-_Programmatische_Arbeit_im_Vordergrund
Verantwortlich für den Inhalt dieser Pressemitteilung:
Presseteam NRW
Achim Müller
Piratenpartei Deutschland
Landesverband Nordrhein-Westfalen
Postfach 103041
44030 Dortmund
Veröffentlicht am 06.01.2010
Piraten wählen Direktkandidaten
Am 17.01.2010 wählt die Piratenpartei in Bottrop in der Gaststätte „Heintze”, Knappenstraße 27, ihre Direktkandidaten für die Landtagswahl im Mai.
Ab 17:00 Uhr wird der Repräsentant der größten außerparlamentarischen Partei Deutschlands gesucht, der den Piraten in Bottrop ein Gesicht geben wird.
Pressevertreter und interessierte Bürger sind herzlich eingeladen, die Direktkandidatenwahl zu verfolgen.
Die Piratenpartei Deutschland wurde am 10. September 2006 nach Vorbild der schwedischen „Piraatpartiet“ gegründet und sieht sich als Partei der Informationsgesellschaft.
Mit knapp 12 000 Mitgliedern hat sie innerhalb von drei Jahren den Aufstieg zur siebtgrößten Partei Deutschlands geschafft und bei der Bundestagswahl 2009 ein Wahlergebnis von 2% erreicht.
Kernthemen der Piraten sind unter anderem die Wahrung der Grundrechte und der Privatsphäre, eine transparente Verwaltung, Datenschutz, freier Zugang zu Bildung und Information sowie eine Reform des Urheberrechts.
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ELENA — ein tiefer Einschnitt in die informationelle Selbstbestimmung
Do, 31/12/2009 — 09:31 – Daniel Flachshaar
Pressemitteilung — Veröffentlicht am 31.12.2009
Am 1. Januar des neuen Jahres tritt deutschlandweit das ELENA (elektronischer Entgeltnachweis) Verfahrensgesetz in Kraft. Es wurde initiiert, um durch digital bereitgestellte personenbezogene Daten die Beantragung von Sozialleistungen zu vereinfachen. Zukünftig sind daher alle Arbeitgeber verpflichtet, monatlich für jeden ihrer Beschäftigten einen ausführlichen Datensatz mit sensiblen persönlichen Informationen an eine zentrale Speicherstelle des Bundes zu übermitteln. Diese Regelung betrifft über 40 Millionen Menschen, unabhängig davon, ob sie jemals Sozialleistungen in Anspruch nehmen. Die Speicherung geschieht damit auf Vorrat. Die Betroffenen haben zudem kein Widerspruchsrecht.
Die Piratenpartei Deutschland kritisiert diese unmäßige Erhebung und Speicherung personenbezogener Daten. Dies ist für den beabsichtigten Zweck des Bürokratieabbaus nicht erforderlich und im geplanten Umfang auch keinesfalls gerechtfertigt. Der Aufbau einer zentralen Datenbank mit derartigen Informationen widerspricht dem Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung.
»ELENA stellt einen weiteren Arm des immer größer werdenden staatlichen Datenkraken dar und ist für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland kein Gewinn«, stellt Thorsten Wirth, Vorstandsmitglied der Piratenpartei, fest. »Wer befürchten muss, dass Informationen über eine längere Krankheit, die Teilnahme an einem Streik oder die Gründe für den Verlust eines Arbeitsplatzes einem zukünftigen Arbeitgeber in die Hände fallen könnten, wird sein Verhalten daran anpassen. Dies war schon bei der Einführung der Vorratsdatenspeicherung von Kommunikationsdaten der Fall und wird sich im Zuge von ELENA noch verstärkt zeigen. Ein derartiger Eingriff in die Freiheitsrechte kann nicht toleriert werden und ist für die Bestimmung eines Anrechts auf Sozialleistungen auch völlig unnötig.«
Die Piratenpartei fordert eine umgehende Rücknahme des ELENA-Verfahrensgesetzes. Unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus dürfen so weitreichende personenbezogene Daten ohne Zustimmung der Betroffenen weder erhoben noch gespeichert werden.