Die Europäische Union hat das SWIFT-Abkommen zur Weitergabe von Bankdaten aus Europa an sie USA beschlossen. Deutschland hat trotz aller Kritik nicht dagegen gestimmt, sondern sich nur enthalten. Das Abkommen ist eine Einbahnstraße, denn Daten aus den USA werden nicht nach Europa übermittelt.
Das „Zugangserschwernisgesetz”, genau, das mit dem Stoppschild, wird es vorerst nicht geben.
Das von der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen ausgedachte Gesetz zur Eindämmung der Kinderpornografie wird von Bundespräsident Horst Köhler vorerst nicht unterschrieben, meldet der „Spiegel” [1]. Demnach hat Köhler weitere Informationen von der Bundesregierung angefordert, der er vor einer Unterschrift auswerten will.
Das „Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornografischen Inhalten in Kommunikationsnetzen” ist höchst umstritten, die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes wird angezweifelt.
Wie heute auf Spiegel online [1] zu lesen ist, wird der Modekonzern Gerry Weber ab dem kommenden Jahr RFID-Chips in die Pflege-Etiketten seiner Kleidungsstücke einnähen. Diese sollen im Laden an der Kasse automatisch und ohne von einem Kassierer oder einer Kassiererin angefasst zu werden ihren Preis übermitteln. Da dies über eine individuelle Nummer geschehen soll, kann auch an der Ladentür sofort Alarm ausgelöst werden, wenn das Kleidungsstück nicht bezahlt und aus dem Bestand ausgetragen wurde.
Datenschützer laufen gegen diese Pläne bereits Sturm, auch wenn laut Gerry Weber keine persönlichen Merkmale auf den Chips gespeichert werden sollen. Denn prinzipiell ist es möglich, Bewegungs– und Einkaufsprofile anzulegen, da ja nicht nur das zu erwerbende Stück zur Kasse funkt, sondern der eben getragene Pulli auch, sollte er bereits mit einem solchen RFID-Chip ausgestattet sein. Das gilt erst recht dann, wenn man EC-, Kredit– oder Kundenkarten nutzt, da sich da Daten so personalisieren lassen.
Ich meine, da hilft es nur, die Etiketten aus der Kleidung herauszutrennen und zu entsorgen, damit die Müllabfuhr sich des Chips annimmt.
Besser jedoch, der Hersteller nimmt von dieser hirnrissigen Idee Abstand, denn das Missbrauchspotential ist nicht eben gering. Damit reche ich aber nicht wirklich, da es in einigen Filialen scheinbar schon Tests gegeben hat. Betroffen sind alle Marken der Gerry-Weber-Gruppe.
Ich weiß auch nicht, in wie weit man Lesegeräte für daheim bekommt, um überhaupt mal festzustellen, welche Daten auf den Chips gespeichert sind.
Auch wenn die Piratenpartei es nicht geschafft hat bei den BTW09 die 5%-Hürde zu knacken, haben wir es jedoch geschafft auf unsere Anliegen aufmerksam zu machen. Einige Politiker machen sich nun langsam ernsthafte Gedanken zu unseren Themen. Bleibt zu hoffen, dass es sich nicht nur um Gedanken handelt, sondert aktive Taten folgen.
Klaus Wowereit (SPD):
“Die SPD muss sich vor allem für die Kreativen stärker öffnen. […] Die Erfolge der Piratenpartei, die aus dem Nichts fast 900 000 Wähler gewann, sind ein klares Warnzeichen.”
Thomas Oppermann (SPD):
“Themen wie Recht und Freiheit im Internet lohnen sich, schließlich haben 800.000 Bürger die Piratenpartei gewählt.”
Gerhart Baum (FDP):
“Die Impulse der Piratenpartei nehme ich sehr ernst, und ich bewerte sie positiv.”
Kann man dies nun als Teilerfolg beurteilen? Ich denke klar und eindeutig: Ja!
Weitere interessante Statistiken zur Piratenpartei: www.piratenstatistiken.de
Seit einiger Zeit gehen sie durch die Presse und werden von der breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen: Die Proteste der Studierenden an europäischen Universitäten, welche eine zunehmende Unzufriedenheit verlauten lassen. Bildung ist die Ressource des deutschen Staates schlechthin, und damit auch die wichtigste, um weiterhin auf dem Weltmarkt mithalten zu können. Statt den Menschen ein hochqualitatives Bildungssystem zu bieten, wurde das Bachelor-/Master-System eingeführt, welches die Freiheiten der Studenten und gleichzeitig die kulturelle und allgemein-lebensnutzende Wirkung erheblich einschränkt und einen Leistungs– und Zeitdruck auf die Studenten aufbaut. Bildung geschieht bloß noch zwecks Berufstauglichkeit. Darüber hinaus möchten die Studenten eine demokratische Führungsstruktur an den Universitäten; denn nur wenn einem Demokratie bereits in der Bildung einverleibt wird, kann sie hinterher auch als solche gelebt werden. Studenten können sich in der Regel nicht auf das Studium konzentrieren, sondern müssen — auch wegen der Studiengebühren — nebenbei arbeiten, oder haben sogar Familie. Die Anwesenheitspflicht macht ein Studium damit für viele Menschen unmöglich. Damit sind jedoch bloß einige Punkte genannt, die von den Studierenden kritisiert werden.
Auch die Universität Duisburg-Essen, mitten im Ruhrgebiet, leitete vor knapp zwei Wochen eine kurzfristige Vollversammlung aller Studierenden ein, da es Probleme mit der Führung der Universität, unter anderem dem AStA (Allgemeine Studierendenausschuss), gegeben hatte. In dieser Vollversammlung wurde dafür abgestimmt, auch das Audimax (der größte Hörsaal der Universität) dieser Universität zu besetzen und alle Veranstaltungen zu bestreiken. Hinderlich daran war jedoch die Anwesenheitspflicht an allen Veranstaltungen, die es den Studierenden erheblich erschwerte, zu streiken. Viele streikten dennoch und forderten Amnestie für alle Besetzer des Audimax, um das Recht zum Streiken zu wahren. Im Verlaufe dieser Besetzung, die an einem Dienstag begann, wurde ein Forderungskatalog in demokratischer Form herausgearbeitet: Keine Studiengebühren, Grundlegende Änderung des Bachelor-/Mastersystems und Möglichkeit zum Abschluss der Diplom und Magisterstudiengänge ohne zeitliches Limit, Abschaffung der Anwesenheitspflicht, Mehr Demokratie an der Hochschule, Amnestie für „Audimax– Besetzer“. Es wurden Gespräche im Plenum mit der Leitung der Universität und Gewerkschaften geführt. Die Studenten setzten ein klares Signal. Regelmäßiger Besucher war die Presse, sowohl privat als auch öffentlich-rechtlich.
Unter den Studenten herrschte Einigkeit, wenn es um die Punkte ging, für die man sich einsetzen wollte. Eine größere Plattform zum Streiten stellte vielmehr die Umsetzung des Bildungsstreiks dar. So distanzierten sich beispielsweise die Wirtschaftswissenschaftler von den Sozialwissenschaftlern, weil sie der Meinung waren, dass die Form, wie der Bildungsstreik betrieben wurde, nicht ernst genommen werden könne und naiv sei. Diese Meinung — sowie die Anwesenheitspflicht — stoppte somit den größten Teil der Studenten, am Bildungsstreik mitzuwirken. Nichtsdestotrotz versuchten die Besetzer die anderen Studierenden vom Streik zu überzeugen. Die Besetzung der Universität endete mit dem Ultimatum des Rektors Radtke, den Hörsaal bis Freitagabend 18 Uhr zu räumen. Letztlich wurde die Besetzung mit einer Pressekonferenz und einer kleinen Überziehung der Frist friedlich beendet. Seit dem streiken die Studenten abseits des Campus. Die ganze Besetzung konnte per Livestream über das Internet (Essen + Duisburg) bis zum Schluss verfolgt werden.
Die Studenten kündigten weitere Proteste an.