Januar 2012

Was ist ACTA?

Heute ist Europäischer Datenschutztag

Wie jedes Jahr fei­ern wir auch heute wie­der den Euro­päi­schen Daten­schutz­tag. Der 28. Januar wurde dafür gewählt, an an die­sem Tag die Unter­zeich­nung der Euro­pa­rats­kon­ven­tion 108 zum Daten­schutz begon­nen wurde. Wei­tere Infor­ma­tio­nen unter www.datenschutz.de/eu_datenschutztag.

Und aktu­ell gibt es zum Thema Daten­schutz ne Menge zu sagen. So z.B. SOPA (Stop Online Piracy Act)[1] und PIPA (Pro­tect IP–Act), die vom US-Amerikanischen Par­la­ment ange­dacht sind, und gegen die am 18. Januar welt­weit pro­tes­tiert wurde. Die Pira­ten­par­tei hat da ja bekannt­lich den Start zum SOPA-Blackout ver­schla­fen, wir Bot­tro­per Pira­ten haben uns bewusst gegen eine Teil­nahme an die­ser Aktion entschieden.

OK, SPOA und PIPA sind doch Ami-Angelegenheit, was inter­es­siert uns das? Ganz ein­fach: Das Inter­net läuft weit­ge­hend über die USA, die Ser­ver der wich­tigs­ten Platt­for­men, die auch in Deutsch­land wie selbst­ver­ständ­lich genutzt wer­den, ste­hen da drü­ben. Ebay, Ama­zon, Twit­ter, Face­book, Google… um nur mal ein paar zu nennen.

Aber uns viel näher ist ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement)[2][3], das ein welt­wei­tes Abkom­men ist, und bei dem Deutsch­land durch die EU ver­tre­ten wird. Hier­bei han­delt es sich um ein Maß­nah­men­pa­ket zur Bekämp­fung der Musik­pi­ra­te­rie, bei dem die Ver­lage und Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten die Bedin­gun­gen dik­tie­ren, die von den Regie­run­gen abzu­ni­cken sind. An die Urhe­ber, näm­lich die Künst­ler, und die Ver­brau­cher wird dabei nur so weit gedacht, dass ihre Rechte beschnit­ten wer­den. Die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten und Ver­lage stop­fen sich hin­ge­gen die Taschen voll.

Die EU hat im Übri­gen vor­ges­tern das Abkom­men unter­zeich­net, dazu hat die Pira­ten­par­tei Deutsch­land auch eine Pres­se­mit­tei­lung her­aus gegeben[4].

nun ist es nicht so, dass wir als Pira­ten alles umsonst down­loa­den wol­len, auch wenn unsere Geg­ner das immer wie­der pro­pa­gie­ren. Aber wir wol­len die Rechte der Urhe­ber an den von ihnen erstell­ten Wer­ken, und die Rechte der Kon­su­men­ten an der von ihnen recht­mä­ßig erwor­be­nen Musik stär­ken. Wir wol­len die Musik schon kau­fen und bezah­len, aber zu fai­ren Prei­sen. Und die Künst­ler sol­len auch an den Ver­käu­fen ver­die­nen, nicht die Ver­lage und Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten. Denn aktu­ell ver­die­nen die Musi­ker mehr mit Auf­trit­ten, als mit dem Ver­kauf ihrer Musik. Zumin­dest die Musi­ker, die nicht in der ers­ten Reihe stehen.

Nicht umsonst gibt es immer mehr Bands, die ihre Musik im Inter­net unter CC-Lizenz (Crea­tive Commons[5]) ver­brei­ten, an den Ver­la­gen vorbei.

Daher sind wir der Mei­nung, dass sol­che Ver­brau­cher­un­freund­li­chen Abkom­men wie ACTA, SOPA oder PIPA nicht gebraucht wer­den. Und in den USA wird nach den Pro­tes­ten von vor 10 Tagen bereits zurück geru­dert. Ob das nur der Anlauf für den nächs­ten Akt ist, bleibt abzuwarten.

Gegen ACTA kann man immer noch was tun, indem man eine Peti­tion mitzeichnet[6]. Etwa 250.000 Men­schen haben das bereits getan, Ziel sind eine halbe Mil­lion Unterschriften.

Ein wei­te­res Thema in Sachen Daten­schutz sind die sozia­len Netz­werke. Wäh­rend Google die Nut­zungs­be­din­gun­gen und Daten­schutz­er­klä­rung für alle Dienste ver­ein­heit­li­chen will (ob zum Vor– oder Nach­teil der Kun­den, muss sich noch zei­gen), will Face­book sei­nen Nut­zern die neue Ansicht, die Time­line, auf­zwin­gen. Schon jetzt gibt es kein zurück mehr wenn man sich ein­mal dafür ent­schie­den hat, was eini­gen Anwen­dern sauer auf­stößt. Mit der Time­line hat Face­book eine bes­sere Kon­trolle über die Daten sei­ner Nut­zer, und kann noch ziel­ge­rich­te­ter Wer­bung schalten.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Stop_Online_Piracy_Act
[3] http://stop-acta.info
[4] http://web.piratenpartei.de/Call-to-Action_ACTA
[5] https://creativecommons.org
[6] https://www.accessnow.org/page/s/just-say-no-to-acta

Wir besuchen die KAB Nikolaus Groß

Die KAB Niko­laus Groß hat uns ein­ge­la­den, uns und unser Pro­gramm vor­zu­stel­len. Wir wer­den die­ser Ein­la­dung am 02.02.2012 um 19:30 Uhr fol­gen, und die Mit­glie­der der KAB im Baba­ra­heim in Bottrop-Lehmkuhle, Unter­berg 12–14, besuchen.

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