Solange ich jetzt wahlberechtigt bin, habe ich weder in Gladbeck, als ich da noch wohnte, noch in Bottrop jemals erlebt, dass ich mich im Wahllokal anstellen und warten musste.
Als ich heute gegen 14:30 Uhr nach der Frühschicht ins Wahllokal kam, war es aber so: Ich musste warten, bis die 5 Mitbürger vor mir ihre Kreuze gemacht haben. Das lässt auf eine hohe Wahlbeteiligung hoffen, obwohl die Hochrechnung der Stadt Bottrop auf Basis der Erhebung um 11:30 Uhr einen Rückgang um 5,1% ermittelt:
http://www.bottrop.de/pressemeldungen/113010100000092650.php
Nun gut, auf den letzten Drücker wurde uns die Genehmigung telefonisch erteilt, und wir starteten mit unserem Infostand. Wir waren mit dem Aufbauen noch nicht fertig, da kamen schon die ersten Interessenten. Die jedoch hatten unsere Weingummis erspäht, und wollten sich nur daran bedienen. OK, muss man auch mit rechnen
Der erste Interessent, der sich wirklich für uns und unser Programm interessierte, war ein Streifenpolizist, der gerade seine Runde durch die City machte.
Ich habe selbst nicht mit ihm gesprochen, aber er machte einen wirklich interessierten Eindruck. Finde ich gut, denn uns geht es ja auch darum, seinen Berufsstand zu stärken, statt überall Kameras aufzuhängen.
Running Gag waren sicherlich 2 Kinder, die mehrmals am Stand vorbei kamen, um sich Gummibärchen und Aufkleber zu holen. Na ja, die fahren jetzt mit ihren Rädern für uns Reklame.
Ansonsten interessierten sich die Kids am ehesten für das Piratenschiff, welches Bernd für den Stand zur Verfügung gestellt hat, und natürlich für die Süßigkeiten und Aufkleber.
Ernsthafte Gespräche konnten wir auch einige führen, nicht nur mit der Polizei. Es kamen einige Passanten auf uns zu, die sich ernsthaft für unsere Anliegen interessierten, und zum Teil sogar noch von uns bisher gar nicht beachtete Aspekte anbrachten. So wurde z.B. die Videoüberwachung in der Psychiatrie genannt, die scheinbar sogar von Amnestie International befürwortet oder zumindest geduldet wird. Da liegt einiges an Wählerpotential, wenn wir da ernsthaft drauf eingehen und uns da mal hinterklemmen. Ein paar Stimmen haben wie heute sicherlich gewonnen, und auch den ein oder anderen Nichtwähler überzeugen können.
Es gab insgesamt nur sehr wenig Kritik von den Passanten, Kritik an der Piratenpartei im Allgemeinen. Die bezog sich dann darauf, dass wir zweifelsohne wichtige Bereiche wie Wirtschafts– und Außenpolitik nicht abdecken. Aber gut, wir sind halt noch eine junge Partei, die natürlich abseits der Kernthemen nicht so präsent ist und das auch nicht kann. Aber sicherlich haben wir durch den sprunghaften Anstieg unserer Mitgliederzahlen in den letzten Monaten auch den ein oder anderen Fachmann auf den bisher von uns nicht besetzten Gebieten der Politik bekommen. Das wird sich aber erst mit der Zeit herauskristallisieren.
Besuch unserer schwarz gefärbten Mitbewerber bekam wir auch noch. Schon von weitem fielen ein paar Jungs in hellblauen Shirts auf, und deren „Boss” kam dann an unseren Stand. Der Direktkandidat der CDU, Sven Volmering, wechselte ein paar Worte mit uns, und wir wünschten uns gegenseitig Glück für die bevorstehende Wahl. Dafür, dass er und seine Mannen und mit CDU-Infomaterial zupflastern wollten, drückten wir ihnen unsere Flyer in die Hand
Interessanterweise waren die Leute am ehesten mit den Flyern zum gestrigen OptOut-Day in ein Gespräch zu verwickeln. Die waren doch überrascht, dass die Verwaltungen ihre Daten einfach so weitergeben dürfen.
Als wir gegen 18:00 Uhr mit dem Abbau begonnen, kamen noch mal ein paar Fragen nach Infomaterial. Die Wünsche erfüllten wir natürlich noch. Alles in allem waren wir zufrieden mit dem Verlauf des Tages, auch wenn es sicher noch Optimierungspotential gibt. Das werden wir aber am Mittwoch beim Stammtisch besprechen…
Heute, sowie nächste Woche Freitag haben die Bottroper Piraten einen Infostand vor Subway am Pferdemarkt. Wer uns besuchen möchte, ist herzlich eingeladen.
Liebe Nichtwähler,
wir schreiben euch diesen Brief, weil ihr die stärkste politische Kraft in diesem Land seid. Bei der Europawahl habt ihr mit 46,7% alle Parteien weit hinter euch gelassen. Bei der kommenden Bundestagswahl werdet ihr voraussichtlich zum ersten Mal stärker als CDU und SPD sein. Herzlichen Glückwunsch!
Wir können es sehr gut verstehen, dass ihr nicht zur Wahl geht. Wir haben von der Politik in diesem Land auch die Nase voll. Alle vier Jahre dürfen wir Bürger unser Kreuzchen für Kandidaten und Landeslisten machen, die von Parteifunktionären in Hinterzimmern aufgestellt werden. Dafür wird uns vor der Wahl in professionell gestalteten Werbekampagnen das Blaue vom Himmel versprochen. Nach der Wahl werden diese leeren Versprechen dann eiskalt wieder einkassiert. Die Sachzwänge sind dann schuld, oder die leeren Kassen.
Zwischen den Wahlen haben wir Bürger ruhig zu sein. Die Politiker wollen bei ihrer wichtigen Arbeit nicht gestört werden. Sie bekommen schließlich von den Lobbyverbänden eine Menge Geld dafür, deren Entwürfe zu Gesetzen zu machen. Von den knappen Diäten kann man ja kaum leben, und es ist auch viel bequemer, die Vorlagen der Lobbyisten zu verwenden, als selbst nachdenken zu müssen.
Kein Wunder, dass dabei oft Gesetze herauskommen, die nichts als Schaden anrichten. Nach dem elften September 2001 wurden zum Beispiel viele Gesetze beschlossen, die uns angeblich vor dem Terrorismus schützen sollen. In Wirklichkeit beschneiden sie unsere bürgerlichen Freiheitsrechte immer mehr. Unsere Daten werden gespeichert, unsere E-Mails gelesen, unsere Computer heimlich durchsucht. Die Politiker behaupten, sie hätten nicht die Absicht, einen Überwachungsstaat zu errichten. Dennoch bauen sie so fleißig daran, dass George Orwell seine Freude hätte.
Liebe Nichtwähler, wir respektieren es, wenn ihr diesmal wieder nicht zur Wahl geht. Aber wisst ihr eigentlich, dass jede Nichtwählerstimme vor allem den großen Parteien zugute kommt? Wer nicht wählen geht, stärkt die Große Koalition. Wollt ihr das wirklich? Die gute Nachricht: Es gibt bei dieser Wahl eine echte Alternative für Nichtwähler – die Piraten. Wenn ihr eure Stimme nicht an die Altparteien verschenken wollt und ein deutliches Zeichen setzen möchtet, dass sich in diesem Land etwas grundlegend ändern muss, solltet ihr am 27. September Piratenpartei wählen. Wir versprechen euch, dass wir nie etwas versprechen werden, das wir nicht halten können.
Unser Programm ist absichtlich so schlank gehalten, dass ihr genau wisst, wofür wir stehen:
Für diese Ziele werden wir kämpfen. Einen Gemischtwarenladen aus leeren Versprechungen wie die Altparteien bieten wir bewusst nicht an.
Dienstwagen und Pensionen aus der Staatskasse interessieren uns nicht. Wir können unser Geld woanders besser verdienen. Wir gehen nur deswegen in die Politik, weil wir es uns nicht mehr leisten können, sie Menschen zu überlassen, die außer Parteipolitik nichts gelernt haben. Die Lobbyisten werden natürlich versuchen, uns genauso zu bearbeiten wie die Altparteien. Doch wir sind Piraten – wir sind unbestechlich.
Liebe Nichtwähler, ihr habt es in der Hand, etwas in der deutschen Geschichte noch nie Dagewesenes zu schaffen. Wenn ihr bei dieser Wahl ausnahmsweise nicht zu Hause bleibt, sondern die Piratenpartei wählt, wird ein Ruck durch dieses Land gehen.
Wir stehen bei euch im Wort. Wenn wir uns korrumpieren lassen sollten wie die Altparteien, dürft ihr uns abwählen und beim nächsten Mal wieder zu Hause bleiben. Gebt uns dieses Mal eure Stimme und wir werden euch nicht enttäuschen!
Wir sehen uns am 27. September in der Wahlkabine!
Eure Piraten
[via Piraten-Wiki]
Ein Piratenpartei-Mitglied kam auf die Idee eine Piraten–DVD zu erstellen.
Bei Gesprächen mit Freunden und Interessenten habe ich festgestellt, dass es nicht immer “ad hoc” möglich ist, Interesse zu wecken oder gar klarzumachen, wie erschreckend der derzeitige Zensur– und Überwachungs-Wildwuchs tatsächlich ist. Manche haben einfach gerade keine Lust, keine Zeit oder kein Internet. Viele haben allerdings einen DVD–Player!

Jeder Interessierte kann sich so diese kleine DVD (132 MB, also bewusst klein) herunterladen und am heimischen DVD–Player anschauen. Natürlich kann man diese DVD auch gerne an Familienmitglieder oder Freunden weitergeben, um so die Interessen der Piratenpartei den Leuten näher bringen zu können.
Die Datei kann mit den üblichen Brennprogrammen (Nero, CDBurnerXP, k3b, …) einfachst auf einen 4,7GB DVD±R-Rohling gebrannt werden und sollte in jedem PAL DVD–Player abspielbar sein.