Nachdem die CDU, FDP und DIE LINKE NRW sich beschlossen haben, gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag in NRW abzustimmen, ziehen die SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW heute nach. Wir Piraten danken an allen Teilnehmern, an AK-Zensur und an allen, die sich stark gemacht haben, das neue JMStV zu hinterfragen.
Der Ministerpräsident Kurt Beck verkündet jedoch, dass Sperrverfügungen gegen Seiten ausgesprochen werden sollen, wenn NRW den JMStV kippen sollte.
Allerdings sind ja Frühjahr Wahlen in Rheinland-Pfalz. Wer im Rheinland-Pfalz wohnen sollte und die Piratenpartei auf dem Wahlzettel sehen möchte, kann hier eine Unterstützungsunterschrift abgeben.
UPDATE: Der NRW-Landtag hat nun den neuen JMStV einstimmig abgelehnt.
Wie heute als Presseerklärung der Piratenpartei Deutschland [1] zu lesen ist, hat die FDP gestern scheinbar massenhaft Mails mit Wahlwerbung versendet. Und zwar an Nicht-Mitglieder der Partei, die einer Zusendung von Werbung auch nicht zugestimmt haben, also rechtswidrig. In oben erwähnter Presseerklärung verurteilt die Piratenpartei Deutschland dieses Vorgehen der FDP aufs schärfste.
Die Mails hätten als Absender „Guido Westerwelle” oder „FDP-Parteiinformation” gehabt, und die Empfängeradressen stammen wohl aus dem Fundus der Firmen Schober GmbH und SuperComm Data Marketing GmbH. Da aber auch Honey-Pots der iX-Redaktion des Heise-Verlages angesprochen wurden, kann man davon ausgehen, dass die Mailadressen aus illegalen Quellen stammen.
Die FDP verweist bei Anfragen von Betroffenen lediglich an die von ihr beauftragten Schober GmbH und sieht sich nicht in der Verantwortung.
Neu ist wohl die Methode, unverlangt SMS zu versenden. Dies las ich eben in der NRW-Mailingliste der Piratenpartei. Dort schreibt ein User, er hätte eine SMS mit folgendem Inhalt bekommen:
Morgen FDP wählen, damit sich Arbeit wieder lohnt. Für klare Verhältnisse. Zweitstimme FDP. Bitte weitersenden.
Beide Arten der Werbung sind in Deutschland nicht erlaubt. Man sollte eigentlich für eine Ahndung der Vergehen sorgen, aber ist es unser Stil, dem gegner die Augen auszukratzen? Ich denke, nein. Wir schlagen ihn lieber mit Argumenten.
[1] http://www.piratenpartei.de/node/942
Wie am Montag, dem 21.09., bekannt wurde, hat die FDP im Rahmen der Koalitionsgespräche mit der CDU in Sachsen einer verstärkten Überwachung der Internet-Telefonie zugestimmt. Die Piratenpartei lehnt diese und ähnliche Vorstöße, die unsere Bürgerrechte einschränken, entschieden ab. Die Piraten rufen insbesondere die Jungen Liberalen dazu auf, bei der Wahl am 27.9. ihre Stimme einer Partei zu geben, für die Bürgerrechte nicht zur Verhandlungsmasse bei Koalitionsvereinbarungen gehören.
Laut einem Bericht des Verlages „heise” verspricht die schwarz-gelbe Regierung, „bestehende Eingriffsmöglichkeiten bei der Telefonüberwachung auch auf Internet-Telefonie” auszudehnen. Die dazu eingesetzte Technik ist nach Angaben von heise.de vergleichbar mit der für heimliche Online-Durchsuchungen.
Die Piratenpartei verurteilt diese Forderung scharf. „In ihrem Parteiprogramm behauptet die FDP, sich dafür einzusetzen, dass der Staat von den ihm zur Verfügung stehenden Eingriffs– und Überwachungsbefugnissen ‚nur in engen Grenzen Gebrauch machen’ darf”, erklärt Nicole Hornung, Mitglied des Bundesvorstands der Piratenpartei. „Doch zwischen dem, was die FDP sagt und dem, was sie tut, besteht nicht zum ersten Mal ein Unterschied wie Tag und Nacht”.
Auch ihr Vorstandskollege und hessischer Spitzenkandidat der Piratenpartei Thorsten Wirth äußert sich zu den geplanten Grundrechtseingriffen: „Schon die bestehenden Überwachungsgesetze, an deren Errichtung die FDP in vielen Fällen mitgewirkt hat, stellen die Bürger in unserem Land ungerechtfertigt unter Generalverdacht. Es ist gut, dass Maßnahmen wie der Große Lauschangriff mittlerweile auch innerhalb der FDP, vor allem bei den Jungen Liberalen, als Fehler erkannt und zugegeben worden sind. Doch die Parteispitze interessiert sich offenbar nicht ausreichend für die Wünsche ihrer eigenen Wähler.”
Entsprechend zieht Wirth ein düsteres erstes Fazit für die erst seit wenigen Wochen in Sachsen regierende schwarz-gelbe Koalition: „Gerade noch wirbt die FDP in Online-Videos damit, dass sie als einzige Partei zentrale Freiheitseinschränkungen der letzten Jahre wieder zurücknehmen werde. Und noch während dieses Wahlversprechen gegeben wird, plant sie statt deren Umsetzung lieber noch weiter gehende Grundrechtseingriffe. Wer Bürgerrechte wählen will, muss die Piraten wählen”, bringt es Thorsten Wirth daher auf den Punkt.
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Verantwortlich für den Inhalt dieser Pressemitteilung: Bundespressestelle der Piratenpartei Deutschland