ELENA — ein tiefer Einschnitt in die informationelle Selbstbestimmung
Do, 31/12/2009 — 09:31 – Daniel Flachshaar
Pressemitteilung — Veröffentlicht am 31.12.2009
Am 1. Januar des neuen Jahres tritt deutschlandweit das ELENA (elektronischer Entgeltnachweis) Verfahrensgesetz in Kraft. Es wurde initiiert, um durch digital bereitgestellte personenbezogene Daten die Beantragung von Sozialleistungen zu vereinfachen. Zukünftig sind daher alle Arbeitgeber verpflichtet, monatlich für jeden ihrer Beschäftigten einen ausführlichen Datensatz mit sensiblen persönlichen Informationen an eine zentrale Speicherstelle des Bundes zu übermitteln. Diese Regelung betrifft über 40 Millionen Menschen, unabhängig davon, ob sie jemals Sozialleistungen in Anspruch nehmen. Die Speicherung geschieht damit auf Vorrat. Die Betroffenen haben zudem kein Widerspruchsrecht.
Die Piratenpartei Deutschland kritisiert diese unmäßige Erhebung und Speicherung personenbezogener Daten. Dies ist für den beabsichtigten Zweck des Bürokratieabbaus nicht erforderlich und im geplanten Umfang auch keinesfalls gerechtfertigt. Der Aufbau einer zentralen Datenbank mit derartigen Informationen widerspricht dem Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung.
»ELENA stellt einen weiteren Arm des immer größer werdenden staatlichen Datenkraken dar und ist für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland kein Gewinn«, stellt Thorsten Wirth, Vorstandsmitglied der Piratenpartei, fest. »Wer befürchten muss, dass Informationen über eine längere Krankheit, die Teilnahme an einem Streik oder die Gründe für den Verlust eines Arbeitsplatzes einem zukünftigen Arbeitgeber in die Hände fallen könnten, wird sein Verhalten daran anpassen. Dies war schon bei der Einführung der Vorratsdatenspeicherung von Kommunikationsdaten der Fall und wird sich im Zuge von ELENA noch verstärkt zeigen. Ein derartiger Eingriff in die Freiheitsrechte kann nicht toleriert werden und ist für die Bestimmung eines Anrechts auf Sozialleistungen auch völlig unnötig.«
Die Piratenpartei fordert eine umgehende Rücknahme des ELENA-Verfahrensgesetzes. Unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus dürfen so weitreichende personenbezogene Daten ohne Zustimmung der Betroffenen weder erhoben noch gespeichert werden.
Solange ich jetzt wahlberechtigt bin, habe ich weder in Gladbeck, als ich da noch wohnte, noch in Bottrop jemals erlebt, dass ich mich im Wahllokal anstellen und warten musste.
Als ich heute gegen 14:30 Uhr nach der Frühschicht ins Wahllokal kam, war es aber so: Ich musste warten, bis die 5 Mitbürger vor mir ihre Kreuze gemacht haben. Das lässt auf eine hohe Wahlbeteiligung hoffen, obwohl die Hochrechnung der Stadt Bottrop auf Basis der Erhebung um 11:30 Uhr einen Rückgang um 5,1% ermittelt:
http://www.bottrop.de/pressemeldungen/113010100000092650.php
Die Piratenpartei Deutschland, will sich im Fall einer Regierungsbeteiligung, für ein neues Ministerium einsetzten, um zentrale Ziele des Wahlprogramms umzusetzen.
Die PIRATEN sehen diesen Schritt als notwendig an, da die derzeitige Struktur der Bundesregierung und ihrer Ministerien in weiten Teilen nicht die Anforderungen an eine moderne Administration in einer globalisierten Netzwerkgesellschaft erfüllt. Geschaffen werden soll ein Ministeriums für die Wissens– und Informationsgesellschaft, welche alle bundespolitischen aktivitäten bündelt. Defizite in der Entwicklung der IT und Medienkompetenz in Staat und Gesellschaft sollen hiermit beseitigt werden.
Die vollständige Pressemitteilung findet man hier.