Nachdem die CDU, FDP und DIE LINKE NRW sich beschlossen haben, gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag in NRW abzustimmen, ziehen die SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW heute nach. Wir Piraten danken an allen Teilnehmern, an AK-Zensur und an allen, die sich stark gemacht haben, das neue JMStV zu hinterfragen.
Der Ministerpräsident Kurt Beck verkündet jedoch, dass Sperrverfügungen gegen Seiten ausgesprochen werden sollen, wenn NRW den JMStV kippen sollte.
Allerdings sind ja Frühjahr Wahlen in Rheinland-Pfalz. Wer im Rheinland-Pfalz wohnen sollte und die Piratenpartei auf dem Wahlzettel sehen möchte, kann hier eine Unterstützungsunterschrift abgeben.
UPDATE: Der NRW-Landtag hat nun den neuen JMStV einstimmig abgelehnt.
Wie die Ruhrbarone [1] unter Berufung auf FR-Online [2] melden, hat das NRW-Justizministerium [3] unter der Leitung der Ministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) den Zugang zu den Webseiten des Westdeutschen Rundfunk (WDR) [4] gesperrt.
Bisher war es wohl so, dass über die Startseite des internen Netzwerks des Ministerium, „Justiz-NRW” direkt Webportale wir „Meine Stadt”, Wikipedia oder die Gelben Seiten aufgerufen werden konnten. Und eben auch das Portal des WDR, doch genau dieser Link verschwand jetzt als einziger von der Startseite. Und scheinbar kann die WDR-Seite auch nicht direkt aufgerufen werden…
Der Grund sei, so heißt es aus dem Ministerium, dass die Mitarbeiter zu viel ihrer Arbeitszeit im Internet und speziell auf des Seiten des WDR verbracht hätten. Das pikante dabei: Gerade der WDR berichtete immer wieder kritisch über das Justizministerium, zuletzt nach dem Ausbruch zweier Schwerverbracher mit Aufseher-Hilfe in Aachen. In diesem Zusammenhang wurden gab es beim WDR vermehrt kritische Forenbeiträge über Müller-Piepenkötter.
„Hier wird ganz klar Zensur geübt”, sagt Manfred Evers, oberster Personalrat beim Oberlandesgericht Düsseldorf, hier soll unliebsame Kritik an der Ministerin verdeckt werden.
Der WDR hat bisher noch keine Stellungnahme abgegeben.
Na ja, im Mai sind Landtagswahlen, und dann haben wir alle die Möglichkeit, u.A. Frau Müller-Piepenkötter ihres Amtes zu entheben, sprich abzuwählen. Also: Klarmachen zum Ändern!
Update: Inzwischen gibt es auf WDR.de einen Artikel zum Thema [5], scheinbar vom Magazin „Panorama”.
Das „Zugangserschwernisgesetz”, genau, das mit dem Stoppschild, wird es vorerst nicht geben.
Das von der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen ausgedachte Gesetz zur Eindämmung der Kinderpornografie wird von Bundespräsident Horst Köhler vorerst nicht unterschrieben, meldet der „Spiegel” [1]. Demnach hat Köhler weitere Informationen von der Bundesregierung angefordert, der er vor einer Unterschrift auswerten will.
Das „Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornografischen Inhalten in Kommunikationsnetzen” ist höchst umstritten, die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes wird angezweifelt.
Ich verweise hier einfach mal auf 2 interessante Artikel auf gulli.com:
Gerade eben las ich in Twitter einen Tweet [1] von [twitter]MsCherry88[/twitter], in welchem auf einen Artikel der Österreichischen Piraten [2] hingewiesen wird.
Unsere Freunde kritisieren dort Pläne, die das dortige Justizministerium wohl haben soll: Zensur. Demnach werden in Österreich Netzsperren nach Deutschem Vorbild erwogen, obwohl die hier bei uns noch gar nicht aktiv und noch kein Gesetz sind. In Österreich beobachte man die Vorgänge in Deutschland genau, und könne dabei auch noch etwas lernen.
Dazu sage ich nur in Richtung unserer Österreichischen Freunde: Wehrt euch wie wir es tun! Arrrr!
[1] http://twitter.com/MsCherry88/statuses/4629346440
[2] http://www.piratenpartei.at/node/391