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Die Slowakei stimmt gegen die Rettungsschirm-Erweiterung

Hallo zusammen,
da die slowakischen Politiker offenbar nachtaktiv sind, wollte ich mich heute noch kurz zu Wort melden. Letztens im Radio hörte ich einen Vorwurf, der mich sehr zum Lachen brachte: Die Piratenpartei sei unwählbar, weil sie gar keine Lösung auf die Finanzkrise habe. Und natürlich habe ich sie nicht (übrigens alle etablierten Politiker auch nicht), aber es gibt trotzdem einen Punkt, der hier vll angesprochen sein sollte.
Man stelle sich vor, dass im besten Fall der Rettungsplan funktionieren würde und die ein oder andere Summe aus dieser riesigen Bürgschaft dazu gezahlt werden müsste. Damit wäre ein Ende der Misswirtschaft natürlich noch nicht garantiert, aber selbst wenn auch das ins Reine gebracht werden könnte: Wie sollten die nächste und übernächste Generation damit umgehen? Es hat ja in der Vergangenheit bereits genug Erbfeindschaften und Schuldfragen gegeben, das muss man wohl niemandem erklären. Wenn allerdings in 30 oder 40 Jahren junge Leute in Griechenland (völlig zurecht) darauf hinweisen, dass sie noch gar nicht gelebt haben, als Griechenland so viel Hilfe verlangt hatte, gäbe es erneute Debatten. Es würde diskutiert, ob die Griechen langfristig eine Wiedergutmachung leisten müsste, es würde debattiert ob die Deutschen nach 45 denn selbst genug Wiedergutmachung geleistet hätten, andere Staaten die ebenfalls hoch verschuldet sind, würden ebenfalls so viel Aufmerksamkeit fordern wie Griechenland mit dieser neuen Regelung bekommt und der Konflikt wäre vorprogrammiert.
Ich bin der Meinung, dass allein wegen der Vorbelastung, die hier entstehen würde, solch eine große Solidarität nicht geleistet werden sollte.

6 Kommentare zu “Die Slowakei stimmt gegen die Rettungsschirm-Erweiterung

  1. Wenn Wiedergutmachungsdiskussionen das sind, was wir am meisten fürchten sollten, dann haben wir keine Sorgen 🙂

  2. Hmm… Es war doch von vorn herein klar, dass die Zustimmung doch noch kommt, denn das „Nein“ der Liberalen in Bratislava hatte ein dickes „Aber“. Und heute gehts ja bereits den ganzen Tag durch die Medien, dass man der Erweiterung des EFSF doch zustimmen werde. Von daher: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird…

  3. Meine Angst ist eher, dass das hier garantierte Geld für zukünftige Investitionen nicht mehr zur Verfügung steht, sondern für eine eher wage Rettungsaktion garantiert wird. Im Falle einer erneuten Rezession könnte der Staat dann keine Konjunkturprogramme o.Ä. mehr auflegen. Beispiel Kurzarbeitprogramm oder – ökologisch zwar eher unsinnig, für die Autoindustrie aber ganz toll – Abwrackprämie.

    • Solange die Banker und die Spekulanten nichts aus der Krise lernen, ist jeder Euro in einem Rettungsschirm herausgeschmissenes Geld. Denn auch das Geld, welches jetzt von Europa gezahlt wird, wird letztlich genauso verzockt.

      Aber das ist sie, die soziale Ungerechtigkeit: Die „Großen” dürfen ganze Konzerne, oder alternativ gerne auch Staaten vor die Wand fahren, und werden dafür auch noch belohnt. Mit Millionen-Abfindungen, oder mit Milliarden von den Steuerzahlern anderer Länder und Schuldenerlass. Nichts anderes ist doch der viel diskutierte Schuldenschnitt.

      Der „Kleine Mann” muss für jeden einzelnen Cent gerade stehen, wenn er pleite geht. Der bekommt nichts erlassen, außer er geht in Privatinsolvenz. Der Staat kann da natürlich nicht einspringen. Denn 1. bläst der bläst die Kohle lieber den korrupten Politikern Südeuropas in den Allerwertesten, und gibt sich 2. nicht mit den Peanuts der eigenen Bürger ab.

  4. Ist überhaupt schonmal einer der Spekulanten oder Statisikfälscher (in Bezug auf den EU-Beitritt) zur Rechenschaft gezogen worden? Warum scheint das den Regierenden so egal zu sein? Oder habe ich solche Nachrichten einfach nur verpasst? Zora

    • Natürlich nicht. Es hat der ein oder andere Politiker zwar mal laut ausgesprochen, z.B. Griechenland aus der Euro-Zone rauszuschmeißen, weil die ja nur mit gefälschten Zahlen überhaupt reingekommen sind, aber die sind dann dafür gerügt worden.

      Es ist halt ein Unterschied, ob ein Staat bescheißt, oder ein Bürger…

      Somethings going wrong in this world…

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