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Neue Bevormundung durch M$

Der Redmonder Software-Riese schränkt nun die Nutzung von käuflich erworbenen Spielekonsolen ein.

Mircosoft verwehrt etlichen Xbox-Konsolen den Zugang zu Xbox-Live. Das soll Boxen betreffen, die durch eine Modifikation auch schwarz gebrannte Spiele verarbeiten können. So meldeten es gestern u.A. Golem.de [1] und heise online [2].

Drei Dinge stoßen mit dabei sauer auf:

  1. Wenn ich eine Spielekonsole kaufe, gehört die mir, und ich kann damit machen, was ich will. Ob da Xbox draufsteht, oder Playstation, oder was auch immer, da hat mir der Hersteller keine Vorschriften zu machen.
  2. Microsoft muss ja online auf meiner Box (wenn ich eine hätte 😀 ) herumschnüffeln, denn sonst könnten die doch garnicht wissen, dass ob das Teil evtl. modifiziert ist.
  3. Die Verwendung des Live-Portals kostet Geld, wenn man mehr als nur chatten will. Also werden die Nutzer auch die Gebühren dafür entrichtet haben. Gebühren für eine Leistung, die ihnen nun verwehrt wird.

Es würde mich nicht wundern, wenn diese Geschäftspraxis mal wieder vor den Gerichten landen würde. Denn nur, weil jemand seine Box modifiziert bzw. modifizieren lässt, muss er noch längst keine schwarz gebrannten und somit aller Wahrscheinlichkeit nach geklauten Spiele einlegen.

Klar, jetzt kann man kontern: „Worum sollte der die Modifikation sonst machen?“ Aber da gebe ich die Antwort: „Weil er’s kann!“

Zudem hat Microsoft nicht auf meinem Eigentum herumzuschnüffeln, da sehe ich erhebliche, datenschutzrechtliche Bedenken. Wenn die Regierung den Bundestrojaner eingeschränkt bekommt, darf ein privates Unternehmen sich solcher Praktiken erst recht nicht bedienen.

Links

  1. http://www.golem.de/0911/71151.html
  2. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Microsoft-sperrt-Xbox-Live-fuer-modifizifierte-Konsolen-857387.html

23 Kommentare zu “Neue Bevormundung durch M$

  1. Pingback: Piratenpartei-News (piratennews) 's status on Friday, 13-Nov-09 14:14:00 UTC - Identi.ca

  2. Hallo,
    zu 1) das ist insofern richtig, wenn die Nutzungsbedingungen, die man beim Kauf akzeptiert hat, nicht verletzt werden. Das Geltendmachen von Ansprüchen kann dadurch beispielsweise gefährdet werden. Du kannst selbstverständlich mit deiner „Box“ machen, was du willst, solange du dadurch keine Fremdschäden verursachst. Ob das nun dadurch geschieht, dass du jemandem das Teil an den Kopf wirfst oder online auf einer Plattform womöglich durch deine Modifikation Schäden anrichtest. Dass dies wohl kaum passiert, hat mit der Sache aus rechtlicher Sicht erstmal nichts zu tun.
    zu 2) Geräte, die miteinander kommunizieren, müssen sich auch gegenseitig zu einem Mindestmaß identifizieren. Inwieweit dabei Spionage betrieben wird, ist zunächst mal eine Vermutung, die eines Beweises bedarf, ansonsten reden wir lediglich von einer Vermutung.
    zu 3) Wer eine Dienstleistung bezahlt, hat Anspruch auf entsprechende Gegenleistung. Wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden, ist es nicht legal, das Angebot zu verwehren. Man kann dann Rechtsmittel einlegen.

    „Weil er’s kann!” Mit dieser Argumentation macht man sich allerdings lächerlich. Wenn man Microsoft (oder sonst wem) nachweisen kann, dass jene ohne Zustimmung unauthorisiert spionieren, ist das natürlich ein Straftatbestand, der geahndet werden kann. Allerdings hat man schlechte Chancen, wenn man eine modifizierte XBoX als Beweismittel in den Rechtsstreit einbringt, die lediglich dazu verwendet werden kann, illegal Spiele zu verwenden. Es zeugt zumindest von einem zweifelhaften Rechtsverständnis, wenn Raubkopierei geduldet würde, während man im gleichen Atemzug Datenspionage verurteilt. In dieser Diskussion vermisse ich Fakten, die eindeutig belegen, dass Microsoft rechtlich unbegründet Kunden um bezahlte Leistungen prellt. Wenn dieser Beitrag ein öffentliches Statement der Piratenpartei Bottrop sein sollte, ist das wenig förderlich für die Akzeptanz der Piratenpartei allgemein. Die Piratenpartei distanziert sich ausdrücklich vor Legalisierung von Softwarepiraterie und tritt ein für die Legalisierung der Privatkopie. Solche Publikationen könnten in der Öffentlichkeit gegenteilige Eindrücke wecken. Daher möchte ich vor solchen oberflächlichen Äusserungen warnen und auf bessere Recherche verweisen.

    • 1.: Ich habe noch bei keinem Kauf einer Ware einen Lizenzvertrag, Nutzungsbedingungen oder sonstwas gesehen. Sowas bekommt man immer erst beim Auspacken zu Gesicht. Und wenn ich von meinem Geld ein Gerät kaufe, mache ich damit, was ich will. Einzig Standards z.B. der Telekommunikation darf ich nicht verändern.

      Damit wären wir auch bei 2.: Dass die Geräte sich indentifizieren, ist klar, allerdings machen die im Falle von Netzwerkverbinungen über die MAC-Adresse der Netzwerkschnittstelle, nicht über eine evtl. vorhandene Modifikation. Sobald da Soft- oder Hardware-Konfigurationen abgefragt werden, ist es eindeutig Spionage.

      3.: Wenn ich in diesem speziellen Fall den Dienst Xbox-Live bezahle, und mir dann der Zuganhg verwehrt wird, weil ich evtl, ja auch illegal erhaltene Spiele auf meiner Box laufen lassen könnte, ist das nicht OK. Denn die vorhandene Modifikation ist kein Nachweis dafür, dass ich auch geklaute Spiele zocke, oder?

      Denn eines mal vor Augen halten: Ich kann die Box auch gebraucht auf einem Trödelmarkt oder in der E-Bucht erworben haben. Woher soll ich in einem solchen Fall von einer Modifikation wissen?

      Aber noch mal zur Klarstellung: Die einzige Spielekonsole in meinem Haushalt ist der DS meiner Tochter. Ich verteidige hier keine eigenen Vorgehensweisen.

      Was das mit dem Zusammenhang mit der Piratenpartei angeht: Es gibt keinen Ortsverband Bottrop, also gibt es auch offiziell keine Piratenpartei in Bottrop. Hier im Blog schreiben ein paar Piraten aus Bottrop, und es handelt sich jeweils um die persönliche Meinung der Autoren, nicht um offizielle Parteimeinungen. Sollte es hier mal einen Ortsverband geben, wird die Domain an diesen übertragen, und dann sicherlich mit anderen Inhalten gefüllt.

  3. Hallo,
    ich stimme da Johannes in seinen Punkte zu.

    Mal davon ab ist das ein total alter Hut. Dieses Vorgehen gab es auch schon bei der ersten XBox.
    Im übrigen behalten sich auch Sony und Nintendo das Recht vor Konsolen aus deren Onlinediensten zu sperren.

    Von daher kommt es mir irgendwie vor, dass hier wieder ein kleiner MS Bash stattfinden soll, sorry.

    Achja, was ist eigentlich dann mit Apple?
    Die sind ja auch gut dabei auf den Geräten der Kunden zu machen was sie wollen und den Käufer zu bevormunden.

    • Da ich kein Spieler bin, besitze ich auch keine Spielekonsolen. Und dieses Vorgehen ist mir persönlich neu, ich bin über die oben genannten Artikel darauf aufmerksam geworden.

      Wenn die anderen Herstelle ebenso verfahren, ist das genauso wenig in Ordnung, und verdient die gleiche Kritik. Hier geht es mit nicht um M$-Bashing, sondern um die Sache an sich. Welche Firma dahinter steckt, ist letztlich egal.

      Was den Apfel angeht: Ich denke mal, dass du hier das Ei-Phone meinst. Ich habe keines, will auch keines, weil ich das nicht mir machen lasse. Gleiches gilt im Übrigen auch für Handys mit dem System von Tante Gurgel, denn da stehen auch solche Klauseln in den Nutzungsbedingungen.

      Für alles Weitere, siehe meine Antwort an Johannes.

      • Hi,
        ich noch mal.
        Also, wenn du dich bei XBox Live anmeldest dann erkennst du auch deren Geschäftsbedingungen an und in denen Steht ausdrücklich drin, dass sie dir den zugang zum Live-Netzwerk verwehren können wenn deine Konsole unauthorisierte Veränderungen aufweist.

        Diese ganze überprüfen nach Mods auf der Konsole ist nicht nur ein Vorgehen gegen Raubkopien sondern auch gegen Cheater das sollte man auch nicht vergessen.

        Im übrigens kann man bei guten Mods der XBox die Funktionalität auch abschalten wenn man über Live zocken will. Man ist also in der Lage das Originalsystem oder den Mod zu booten. Das hat schon bei der alten XBox sehr gut funktioniert.

        Meinen vowurf, dass es auch etwas nach MS-Bashing riecht musst du dir halt gefallen lassen, das liegt halt an der Überschrift.

        Was Apple betrifft: Ich mein damit die ganze Produktpalette. 😉

        Aber man will ja auch etwas konstruktiv sein:
        Ich hätte es besser gefunden wenn du dich noch etwas mehr mit dem Thema beschäftigt hättest, es ist ja ok, dass du nicht so tief darin steckst.
        Aber mal noch ein wenig recherchieren was da genau vorgeht, wie das andere Firmen, wie eben Sony und Nintendo machen wäre durchaus gut gewesen.
        z.B. ist ja Nintendo dabei Hardware vom Markt zu klagen mit der man Raubkopien und Homebrew auf dem DS ausführen kann (R4-Karte). Ebenso versuchen sie bei jedem Software-Update der Wii installierte Homebrew zu löschen und die Backdors für Softmods dicht zu machen. Dass Nintendo schon so weit ist Wii-Konsolen mit Mod aus dem Netzwerk zu bannen halte ich eher für ein Gerücht, bisher konnten alles Fälle eher auf „unsportliches Verhalten“ der User zurückgeführt werden.

        Gruss
        NF

        • So funktioniert Journalismus, wenn man aktuelle Meldungen weiterverarbeitet. Da reichen eben diese Meldungen als Informationsquelle, und zum tiefer gehenden Nachforschen ist keine Zeit 😉

          Dass jetzt ausgerechnet M$ im Titel steht liegt daran, dass sich die beiden genannten Artikel auf genau diesen Hersteller beziehen.

          Was die R4-Karte für den DS angeht: Auch wenn meine Tochter eine solche Konsole besitzt, und sich nichts sehnlicher als eine solche Karte dazu wünscht, gibt es sowas hier noch nicht. Da ein DS jedoch AFAIK über keinen Onlinezugang verfügt, scheidet die Möglichkeit der Sperren hier aus. Da ist die Klage gegen diese R4-Karten sicher einer der Wege. Ob der allerdings zum Erfolg führt, wage ich noch zu bezweifeln…

          Was die ganze Produktpalette von Apple angeht, kann ich mal nix zu sagen. In meinem Haushalt gibt es keine Produkte dieser Firma, vor allem, da Pinguine nur sehr ungern Äpfel mögen… 😉

  4. Wenn ich eine Spie­le­kon­sole kaufe, gehört die mir, und ich kann damit machen, was ich will. Ob da Xbox drauf­steht, oder Play­sta­tion, oder was auch immer, da hat mir der Her­stel­ler keine Vor­schrif­ten zu machen.

    Die Konsole gehört nach wie vor dir. Und natürlich kann du damit machen,
    was immer du willst. Du darfst dich dann halt nur nicht beschweren, wenn das
    mit dem Design der Hardware Unverträglichkeiten gibt.

    Micro­soft muss ja online auf mei­ner Box (wenn ich eine hätte 😀 ) her­um­schnüf­feln, denn sonst könn­ten die doch gar­nicht wis­sen, dass ob das Teil evtl. modi­fi­ziert ist.

    Diese Aussage ist falsch. Das DRM findet offline statt – die Box erzählt das dann nur brav dem Server, wenn er ihr aufträgt, sich mit ihm zu verbinden.

    Die Ver­wen­dung des Live-Portals kos­tet Geld, wenn man mehr als nur chat­ten will. Also wer­den die Nut­zer auch die Gebüh­ren dafür ent­rich­tet haben. Gebüh­ren für eine Leis­tung, die ihnen nun ver­wehrt wird

    Die Accounts sind nach wie vor gültig. Nur die entsprechende Konsole ist gesperrt worden.

    Sorry, aber das ganze Leben besteht aus Spielregeln und es funktioniert einfach besser, wenn man sich freiwillig daran hält. Natürlich kann man jetzt damit argumentieren, dass MS ja selber doof ist, wenn sie Konsolen herstellen die man knacken kann und die Spielehersteller, die Spiele produzieren, die man ebenfalls knacken kann, auch.

    Spannend wäre natürlich die Frage, wie viele die keine kopierten Spiele nutzen ihre XBox modden und dann versuchen, XBox-Live zu nutzen. Mit allen anderen habe ich relativ wenig Mitglied, dass ihre XBoxen (nicht die Accounts!) ausgeschlossen wurden.

    • Da es keine Netzwerkunverträglichkeiten gibt, das Netzwerk funktioniert technisch ja schließlich uneingeschränkt, sehe ich persönlich solche Repressalien nicht ein.

      Und genau weil DRM offline funktioniert, ist es in meinen Augen Spionage seitens des Herstellers. Meinem PC verbiete ich per Firewall und diverser anderer Tools nach Hause zu telefonieren. Ob das mit Spielekonsolen evtl. auch machbar wäre, weiß ich nicht. Kenne mit den Dingern einfach nicht aus…

      Die Sperrung mag zwar zunächst nur das Gerät betreffen, aber für meine Begriffe ist der (nicht gesperrte) Account an das Gerät gebunden. Den ich kenne niemanden, der mehrere Konsolen des gleichen Typs hat, nach dem Motto: „Die Konsole geht nicht, nehme ich eben die andere.“

      Ich hatte oben schon mal angeführt: Was ist mit gebraucht erworbenen Konsolen, bei denen mir der Anbieter nix von einer vorhandenen Modifikation erzählt hat?

      Wenn Microsoft, Nintendo oder Sony Nutzer mir Modifizierten Boxen strafen wollen, dann sollen sie Anzeige wegen des Verdachtes auf Nutzung von Schwarzkopien stellen. Der Zugang zu irgendwelchen Online-Portalen hat IMHO damit jedenfalls nix, aber auch gar nix zu tun.

  5. „Was ist mit gebraucht erwor­be­nen Kon­so­len, bei denen mir der Anbie­ter nix von einer vor­han­de­nen Modi­fi­ka­tion erzählt hat?“

    Was ist, wenn jemand ein geklautes Auto kauft? Im Zuge der Ermittlungen wird Diebesgut von der Polizei sichergestellt. Als Besitzer der vermeintlich geklauten Ware steht dir rechtlich kein Schadensersatz zu. „Nichtwissen“ schützt vor Strafe nicht. Dadurch, dass Diebesgut verkauft bzw. gekauft wird, macht man das Objekt/die Sache nicht legal. Das Risiko bei solchen Privatveräußerungen sollte jedem bekannt sein, der beispielsweise Online- Marktplätze wie EBAY verwendet. Dass der Staat bei solchen Aktionen nicht haftbar bzw. schadensersatzpflichtig sein kann, versteht sich wohl von selbst. Die Gesetze sind eben so und man muss sich (leider) daran halten, auch wenn man diese nicht unbedingt für richtig hält. Die Piratenpartei will „diese“ Gesetze nicht abschaffen, sondern (sagen wir mal vorsichtig) harmonisieren. Das betrifft allerdings die Privatkopie im Zusammenhang mit dem Urheberrecht. In diesem Artikel geht es aber eher um Allgemeine Geschäftsbedingungen und vertragliche Absprachen. Hierzu gibt es meines Wissens seitens der Piratenpartei keine offiziellen Statements.
    Illegales soll nicht legal gemacht werden. Das kommt hier im Artikel meiner Ansicht nach nicht richtig rüber und könnte missverstanden werden. Abgesehen davon, finde ich das Ausspionieren von Computern auch nicht in Ordnung, dennoch sollte man Behauptungen immer faktisch untermauern, besonders wenn man sowas im Namen der Piratenpartei formuliert.
    Gruß,
    J.D.

    • Was ist, wenn jemand ein geklau­tes Auto kauft? Im Zuge der Ermitt­lun­gen wird Die­bes­gut von der Poli­zei sicher­ge­stellt. Als Besit­zer der ver­meint­lich geklau­ten Ware steht dir recht­lich kein Scha­dens­er­satz zu. „Nicht­wis­sen” schützt vor Strafe nicht.

      Jetzt fange ich gleich an zu weinen, sorry. Was bitte hat ein Straftatbestand wie Autodiebstahl mit einer kleinen Modifikation meines Eigentums zu tun? Der Vergleich hinkt doch gewaltig…

      • Tut mir leid, wenn du das nicht verstehen willst! Das bezieht sich lediglich auf deine Aussage, falls man gebraucht ein modifiziertes Gerät kauft und der Verkäufer diesen kleinen, aber wesentlichen Umstand verschweigt. Nur weil du vor dem Kauf nicht gewusst hast, dass eine womöglich illegale Veränderung vorgenommen wurde, wird durch die Kaufabwicklung dieser Umstand eben nicht legalisiert.

        • Warum ist diese Änderung an der Box illegal? Wenn in diesem Fall der Verkäufer sein Eigentum umbaut oder umbauen lässt, ist das ganz allein seine Sache. Da ist nicht Illegales dran zu entdecken.

          Wenn ich meinen DVD-Player derart umrüste, dass der Regionalcode-free ist und ich die neuesten DVDs aus Amiland abspielen kann, ist das auch nicht illegal. Ich büße dabei höchstens meine Garantie ein…

  6. Übrigens:
    Es gibt noch viel mehr Gründe, sich eine XBox 360 zu modifizieren. Mein Cousin hat Seine in eine Multimediastation verwandelt (das XBox Media Center ist ungeschlagen) und nutzt die Konsole kaum zum Spielen. Und damit ist er sicher nicht der Einzige.

  7. „Es gibt noch viel mehr Gründe, sich eine XBox 360 zu modi­fi­zie­ren. Mein Cou­sin hat Seine in eine Mul­ti­me­dia­s­ta­tion ver­wan­delt (das XBox Media Cen­ter ist unge­schla­gen) und nutzt die Kon­sole kaum zum Spie­len.“

    Das mag ja alles schön und toll sein, hat aber nichts mit der juristischen Problematik zu tun. Der Autovergleich wird immer gerne genommen 😆

    Auto- Tuning war schon ein Thema, da dachte noch niemand daran, dass es jemals eine XBoX geben würde. Eingriffe in die Technik des Fahrzeuges haben zur Folge, dass beispielsweise bei Unfällen der Hersteller nicht für die Schäden verantwortlich gemacht werden kann. Auch ist in fast allen Fällen eine Zulassung der Veränderung am Fahrzeug genehmigungspflichtig. Das hat u.a. versicherungstechnische Hintergründe, aber auch völlig logische. „Tieferlegen“ ist so ein Beispiel. Was kann der Fahrzeughersteller dafür, wenn ein solch modifiziertes Fahrzeug sich den Unterboden (oder mehr) beschädigt? Nicht anders verhält es sich im Fall dieses Artikels mit MS. MS unterhält keine Zulassungsstelle, die XBox- Modifikationen genehmigt oder ablehnt und lehnt zunächst komplett jede Modifikation an ihren Produkten ab. Damit geht MS gegen Softwarepiraterie vor unter Inkaufnahme von Kollateralschäden, die aber sicher durch EULA o.ä. weitgehend abgesichert sind. Ist jemand damit nicht einverstanden und akzeptiert die Vertragsbedingungen nicht, braucht er ja diesen Vertrag nicht einzugehen. Dass MS zur Feststellung dieses Umstandes die umstrittene DRM- Technik verwendet, hat zunächst mal nichts mit Modifikation selbst zu tun. Es wird lediglich damit festgestellt, dass an der Hardware Veränderungen vorgenommen worden sind, die nicht vertraglich vereinbart sind. Rechtlich sehe ich darin kein Problem. Wenn nun jemand juristisch dagegen vorgehen würde und glaubhaft machen könnte, dass seine modifizierte XBoX keine Rechte Dritter verletzt, bestünden gute Chancen, dass MS in diesem Fall nachgeben müsste. Aber mal ehrlich, was soll diese Diskussion über die „eierlegende Wollmilchsau“, solange niemand echte Beweise erbringt, dass MS rechtswidrig handelt?

    • Jetzt kein Autodiebstahl mehr, jetzt Autotuning… Aha…

      Dass dieses Tuning auch gewissen Regeln unterliegt, sollte bekannt sein. Insbesondere leistungssteigernde Modifikationen ohne Anpassung der Bremsanlage z.B. stellen schließlich auch eine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Diese Gefahr sehe ich bei einer Modifikation einer Spielekonsole nicht.

      Abo so, wie Du Dich hier für M$ ins Zeug legst, hmm, Du bist nicht zufällig Mitarbeiter dieses Konzern? 😕

      • „hmm, Du bist nicht zufäl­lig Mit­ar­bei­ter die­ses Kon­zern?“ Nein bin ich nicht und ich finde diese Strategie von MS und Co. auch nicht toll, ist aber offensichtlich nach den bestehenden Gesetzen legitim. Ansonsten bin ich zahlendes Piratenmitglied und aktiv im Landesverband tätig. Das sollte hierzu reichen…

        „Diese Gefahr sehe ich bei einer Modi­fi­ka­tion einer Spie­le­kon­sole nicht.“
        Du willst es nicht einsehen, dass es nicht um Modifikationen allgemein geht, sondern um Verstöße gegen das Urheberrecht und evt. gegen Verstöße gegen Verträge. Gerne kannst du deine Eigentümer (Konsolen, PC’s, Handy’s usw.) für deinen privaten Gebrauch modifizieren wie du möchtest, solange du nicht Rechte Dritter damit verletzen solltest. Wenn du es schaffst, dass deine Kaffeemaschine sogar Gulaschsuppe ausgibt, ist das ’ne tolle Leistung, doch wenn dadurch die Kernfunktion nicht mehr so richtig klappt, wirst du dich kaum beim Hersteller beschweren können…
        „Dass die­ses Tuning auch gewis­sen Regeln unter­liegt, sollte bekannt sein…“

        Nicht nur dieses Tuning unterliegt gewissen Regeln, auch die Modifikation einer XBoX, die dadurch z.B. für Raubkopien von Spielen tauglich wird, verletzt entsprechende Regeln schon grundsätzlich. Das ist mir persönlich egal und auch anscheinend (in diesem Fall)M$. Dass jedoch M$ den Zugang solcher Geräte zum „eigenen“ Live- Chat (o.ä.) verwehrt, ist somit auch das gute Recht von M$, wenn es denn in AGB’s zur Nutzung dieses Dienstes bzw. der XBoX festgeschrieben ist.

        • Ansons­ten bin ich zah­len­des Pira­ten­mit­glied und aktiv im Lan­des­ver­band tätig. Das sollte hierzu reichen…

          OK, zur Kenntnis genommen. LV NRW? Dann sehen wir uns hoffentlich im Januar 😉

          …doch wenn dadurch die Kern­funk­tion nicht mehr so rich­tig klappt, wirst du dich kaum beim Her­stel­ler beschwe­ren kön­nen…

          Das ist es doch gerade, die Kernfunktion ist ja nicht beeinträchtigt. Auch die Modifizierte Box macht genau das, was sie soll: Spiele abspielen…

          Dass jedoch M$ den Zugang sol­cher Geräte zum „eige­nen” Live– Chat (o.ä.) ver­wehrt, ist somit auch das gute Recht von M$, wenn es denn in AGB’s zur Nut­zung die­ses Diens­tes bzw. der XBoX fest­ge­schrie­ben ist.

          Ach ja, AGB… Mal ehrlich, hast Du jemals die AGB von irgendeiner Soft- oder Hardware komplett gelesen? Mal davon angesehen, dass ich mir für die Nutzung käuflich erworbenen Eigentums keine Bedingungen des Herstellers diktieren lasse, diese AGB gibts doch nur nach dem Kauf und Auspacken zu sehen. Meistens jedenfalls.

          Es geht hier um die Praxis, dass der Hersteller auf den Boxen herumschnüffelt, ob evtl. eine Modifikation vorhanden ist. Und das kann IMHO nicht rechtens sein. Unabhängig davon, ob die Modifikation rechtens ist, denn Unrecht ist nicht mit Unrecht zu bekämpfen.

          Speziell im Fall von M$ schafft diese Praxis sicher kein Vertrauen, da gerade dieser Herstelle spätestens seit WinXP seine Betriebssyteme nach Hause telefonieren lässt, was ich auch nicht gut heißen kann.

          Wenn ich am PC sitze, arbeite ich aus gutem Grund standardmäßig mit Linux. Eine vorhande Win7-Installation wird nur offline eingesetzt, um zuvor mit dem Pinguin geladene Aktualisierungen aufs GPSr zu laden. Hat zwar nix mit dem Thema zu tun, unterstreicht aber den schlechten Ruf von M$.

  8. „Warum ist diese Ände­rung an der Box ille­gal? Wenn in die­sem Fall der Ver­käu­fer sein Eigen­tum umbaut oder umbauen lässt, ist das ganz allein seine Sache. Da ist nicht Ille­ga­les dran zu entdecken.“

    Dir ist sicherlich bekannt, dass z.B. die Benutzung von Brennsoftware, die Kopierschutzfunktionen umgehen kann, illegal ist. Das reine Besitzen bzw. Erwerben dieser Software ist dagegen nicht illegal. (Persönlich finde ich diese Gesetze unsinnig, steht aber nicht zur Debatte). Der Besitz einer modifizierten XBoX ist sicher nicht illegal, auch nicht der techn. Eingriff. Es stellt aber eine bewußte Umgehung von Kopierschutzmechansismen dar und ist in dieser Verwendung definitiv illegal. Ich möchte hier nicht die juristischen Details zerpflücken und gehe mal davon aus, dass dies grundsätzlich ausreichend verständlich ist. Ob man diese Tatsachen gut oder schlecht findet, ist völlig belanglos…

    „Wenn ich mei­nen DVD–Player der­art umrüste, dass der Regionalcode-free ist und ich die neu­es­ten DVDs aus Ami­land abspie­len kann, ist das auch nicht ille­gal. Ich büße dabei höchs­tens meine Garan­tie ein…“

    Du sagt es selbst, die Garantie ist dadurch hinfällig. Also alein die Modifikation, ohne dass sie selbst illegal ist, ändert bereits den Status des Gerätes gegenüber dem Hersteller. Wenn du schließlich noch auf deinem DVD- Player, völlig gleich, ob modifiziert oder nicht, nach geltendem Recht, eine illegale Kopie abspielst, handelt es sich um eine Urheberrechtsverletzung. Hier sind Ansatzpunkte der Piratenpartei, denn die Privatkopie eines rechtmäßig erworbenen digitalen Produktes soll nicht mehr illegal sein. M$ hingegen sperrt jedoch Hardware, die DRM- Technik umgehen können von ihrer Online- Plattform aus, was ein völlig anderes Thema darstellt. Nochmal – erbringe den Beweis, dass M$ hier unrechtmäßig nach geltendem Recht handelt und jede weitere Diskussion erübrigt sich.

    Gegenfrage: Ist Falschparken mit einem getunten Auto ordnungswidriger als mit einem ungetunten?

    • Dir ist sicher­lich bekannt, dass z.B. die Benut­zung von Brenn­soft­ware, die Kopier­schutz­funk­tio­nen umge­hen kann, ille­gal ist.

      Da fehlt ein wichtiges Wort, nämlich „wirksam“. Wer einen wirksamen umgeht… Aber: Ein Kopierschutz, der umgangen werden kann, ist nicht wirksam.

      Zurück zum Thema: Klar ist auch die Garantie einer Spielekonsole dahin, wenn die Box modifiziert wird. Garantie gilt nun mal nur für Geräte im Originalzustand, brauchen wir nicht drüber zu diskutieren.

      Von mir aus kann M$ oder sonstwer irgendwelche Zugänge sperren, aber auf die Grundlage kommt es an. Zur Teilnahme an irgendwelchen Onlineprogrammen ist es technisch nicht erforderlich, dass der DRM-Status an irgendwelche Server übermittelt wird. Hatten wir oben schon: DRM findet offline statt.

      Von daher drängt sich aber die Frage auf, wie M$ in diesem Fall an die Information kommt, dass hier jemand mit einer gecrackten Box unterwegs ist. Diese Informationen können die für meine Begriffe nur durch zumindest zwielichtige Methoden erhalten. Denn auch wenn die nicht aktiv spionieren, ist ein vom Eigentümer nicht gewünschter Datenversand der Box ins Netz und an den Hersteller nicht OK. Bei Windows kann ich das durch Abschalten diverser Dienste unterbinden. Ob das auch bei Spielekonsolen möglich ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

      Gegen­frage: Ist Falsch­par­ken mit einem getun­ten Auto ord­nungs­wid­ri­ger als mit einem unge­tun­ten?

      Natürlich nicht 😉

  9. Von daher drängt sich aber die Frage auf, wie M$ in die­sem Fall an die Infor­ma­tion kommt, dass hier jemand mit einer gecrack­ten Box unter­wegs ist. Diese Infor­ma­tio­nen kön­nen die für meine Begriffe nur durch zumin­dest zwie­lich­tige Metho­den erhal­ten. Denn auch wenn die nicht aktiv spio­nie­ren, ist ein vom Eigen­tü­mer nicht gewünsch­ter Daten­ver­sand der Box ins Netz und an den Her­stel­ler nicht OK.

    So ist es und du bist damit wieder am Anfang der Diskussion. Was hier anhand von Vermutungen als Spionage bezeichnet wird, bedarf eines Beweises. Ist dieser erbracht, kann man faktisch argumentieren und sollte zwischen den verschiedenen Sachverhalten differenzieren, besonders wenn es im Namen der Piratenpartei stattfindet und nicht als ganz persönliche Meinungsäußerung gekennzeichnet ist.

    Nochmal – ich finde es auch nicht gut, was M$ und Konsorten so treiben, um ihre Lobbymacht zu festigen und nicht zuletzt deshalb gibt es die Piratenpartei. Allerdings sind wir alle an bestehende Gesetze gebunden, auch wenn sie nicht zeitgemäß sein mögen. Und ganz ehrlich – der Zugang zu einem lapidaren Live- Chat, der für gecrackte XBoXes gesperrt ist, ist sicher nicht der wichtigste Punkt auf der Agenda der Piraten. Warum kündigen die Betroffenen nicht diesen Vertrag? Weshalb bezahlen sie weiterhin für eine Leistung, die sie nicht in Anspruch nehmen können, wenn sie aufgrund der gegebenen Rechtslage nichts an der Situation ändern können, was stark mit der Tatsache verknüpft ist, dass eben ein gecracktes Gerät kein schlagkräftiges Argument darstellt, würde man es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen…?

    Und nein, ich gehöre nicht dem LV NRW an…

    Gruß,
    J.D.

    • Ich sehe schon, wir haben hier beide unsere Standpunkte, und rücken da nicht von ab. Irgendwo haben wir beide sicher ein wenig Recht, also lassen wir’s dabei.

      Denn wie heißt es so schön? „Der Klügere gibt nach. Und weil das seit Jahren so gehandhabt wird, sind jetzt die Dummen an der Macht.“ 😉

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