Kurzmeldung

RFID-Chips in Bekleidung

Wie heute auf Spiegel online [1] zu lesen ist, wird der Modekonzern Gerry Weber ab dem kommenden Jahr RFID-Chips in die Pflege-Etiketten seiner Kleidungsstücke einnähen. Diese sollen im Laden an der Kasse automatisch und ohne von einem Kassierer oder einer Kassiererin angefasst zu werden ihren Preis übermitteln. Da dies über eine individuelle Nummer geschehen soll, kann auch an der Ladentür sofort Alarm ausgelöst werden, wenn das Kleidungsstück nicht bezahlt und aus dem Bestand ausgetragen wurde.

RFID? Wat is dat denn?
RFID ist die Abkürzung für Radio Frequency Identification. Ein RFID-System besteht aus den Transpondern (den Chips), die ankommende Funksignale beantworten und sich z.B. an oder in zu kaufenden Kleidungsstücken befindet. Außerdem benötigt man ein Lesegerät. Der Transponder kann sehr klein sein, und benötigt keine eigene Energiequelle. So ein RFID-Chip befindet sich z.B. in den biometrischen Reisepässen. Die gespeicherten Daten lassen sich unauffällig auslesen.

Datenschützer laufen gegen diese Pläne bereits Sturm, auch wenn laut Gerry Weber keine persönlichen Merkmale auf den Chips gespeichert werden sollen. Denn prinzipiell ist es möglich, Bewegungs- und Einkaufsprofile anzulegen, da ja nicht nur das zu erwerbende Stück zur Kasse funkt, sondern der eben getragene Pulli auch, sollte er bereits mit einem solchen RFID-Chip ausgestattet sein. Das gilt erst recht dann, wenn man EC-, Kredit- oder Kundenkarten nutzt, da sich da Daten so personalisieren lassen.

Ich meine, da hilft es nur, die Etiketten aus der Kleidung herauszutrennen und zu entsorgen, damit die Müllabfuhr sich des Chips annimmt.

Besser jedoch, der Hersteller nimmt von dieser hirnrissigen Idee Abstand, denn das Missbrauchspotential ist nicht eben gering. Damit reche ich aber nicht wirklich, da es in einigen Filialen scheinbar schon Tests gegeben hat. Betroffen sind alle Marken der Gerry-Weber-Gruppe.

Ich weiß auch nicht, in wie weit man Lesegeräte für daheim bekommt, um überhaupt mal festzustellen, welche Daten auf den Chips gespeichert sind.

Links:

  1. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,663650,00.html

7 Kommentare zu “RFID-Chips in Bekleidung

  1. Pingback: Tweets die RFID-Chips in Bekleidung » Piratenpartei Bottrop erwähnt -- Topsy.com

  2. Sehe ich das hier richtig, dass da nur Samoon, Taifun und Gerry Weber hingehören? http://www.house-of-gerryweber.de

    Die Marken kenne ich zum Glück alle nicht, was daran liegen mag, dass ich mit namentlich bekannten Marken wenig zu tun habe. Hoffentlich haben die unbekannten Hersteller nicht genug Geld, um so einen Kram in die Kleidung zu bauen…

    • Scheint um diese 3 Marken zu gehen, ja. Ich kenne nur die Hauptmarke „Gerry Weber“, die anderen sind mir auch unbekannt.

      Was die anderen Firmen angeht: Schau dir mal den Link von Klaus an, den er oben gepostet hat. Sei also nicht zu optimistisch…

  3. Wieso soll ich ein Etikett heraus trennen, wenn ich das Zeug einfach nicht kaufe. Das hat doch auch schon bei anderen geklappt.

    • Stimmt schon, Mattes, die Klamotten zu boykottieren wäre ne Möglichkeit. Die Erfahrung sagt aber, dass die Rechnung nicht aufgeht. Das hat man zuletzt bei Nokia gesehen, als die das Werk in Bochum geschlossen haben: Alle schreien laut „NoKia“ und „Boykott“, aber spätestens nach einem halben Jahr werden die Geräte doch wieder gekauft. Und genau so wird es jetzt auch sein, denn „Markenfetischisten“ gibt’s genug auf Gottes Erden. Gott sei Dank gehöre ich nicht dazu, trotzdem sollte man wohl besser aufpassen… 😕

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